Kurzantwort
Aluminium lässt sich für elektrische Leiter und Kontaktierungen unter geeigneten Bedingungen mit Ultraschallschweißen verbinden. Das Verfahren arbeitet im festen Zustand: Die Fügepartner werden unter definierter Schweißkraft durch hochfrequente mechanische Schwingungen miteinander verbunden. Dabei wird die Oxidschicht an der Kontaktfläche aufgebrochen und die metallische Oberfläche für die Verbindung zugänglich gemacht.
Im Gegensatz zu thermischen Fügeverfahren erfolgt keine vollständige Aufschmelzung der Fügepartner. Dadurch kann der Wärmeeintrag in das Bauteil begrenzt werden. Bei Cu-Al-Verbindungen kann das Verfahren eine Alternative für Anwendungen sein, bei denen eine reproduzierbare stoffschlüssige Verbindung von Aluminium- und Kupferleitern erforderlich ist.
Entscheidend für eine zuverlässige Verbindung sind jedoch nicht allein das Schweißverfahren, sondern die Kombination aus Werkstoff, Leiterquerschnitt, Geometrie, Sonotrode, Amboss und den individuell ermittelten Prozessparametern.
Das Wichtigste in Kürze
- Gewicht: Aluminium besitzt eine deutlich geringere Dichte als Kupfer und kann dadurch zur Gewichtsreduzierung von Leitungen beitragen. Aufgrund der geringeren elektrischen Leitfähigkeit ist für eine vergleichbare Stromtragfähigkeit in der Regel ein größerer Leiterquerschnitt erforderlich.
- Oxidschicht: Aluminium bildet eine stabile und elektrisch schlecht leitende Oxidschicht. Bei der Kontaktierung muss diese Grenzschicht kontrolliert überwunden werden.
- Kriechverhalten: Aluminium weist ein anderes mechanisches Verhalten als Kupfer auf. Bei bestimmten Kontaktkonstruktionen müssen deshalb Langzeitverhalten und Kontaktkraft berücksichtigt werden.
- Cu-Al-Verbindungen: Bei einer direkten Verbindung von Kupfer und Aluminium sind neben den mechanischen und elektrischen Eigenschaften auch Korrosion und Langzeitstabilität zu berücksichtigen.
- Festkörperprozess: Ultraschallschweißen verbindet die Fügepartner ohne vollständiges Aufschmelzen.
- Prozessfenster: Amplitude, Schweißkraft, Energie und Schweißzeit müssen auf Werkstoffpaarung, Querschnitt und Geometrie abgestimmt und validiert werden.
- Prozessüberwachung: Die Überwachung geeigneter Prozessgrößen ermöglicht eine reproduzierbare Bewertung der einzelnen Schweißungen.
Ultraschallgeschweißte Verbindung zwischen Aluminiumleiter und Kupferterminal – stoffschlüssig und ohne Zusatzwerkstoff.
Warum wechselt die Automobilindustrie von Kupfer auf Aluminium?
Aluminium wird im Fahrzeugbau und insbesondere bei elektrischen Leitungen zunehmend als Alternative zu Kupfer betrachtet. Ein wesentlicher Grund ist die deutlich geringere Dichte von Aluminium.
Aluminium besitzt eine Dichte von etwa 2,70 g/cm³, während Kupfer bei etwa 8,96 g/cm³ liegt. Gleichzeitig ist die elektrische Leitfähigkeit von Aluminium geringer. Für eine vergleichbare elektrische Stromtragfähigkeit muss deshalb abhängig von der Anwendung ein größerer Leiterquerschnitt vorgesehen werden.
Trotz des größeren Querschnitts kann eine Aluminiumleitung gegenüber einer vergleichbaren Kupferleitung eine erhebliche Gewichtseinsparung ermöglichen. Gerade bei großen Leitungslängen und hohen Leitungsquerschnitten kann dieser Faktor für die Konstruktion von Fahrzeugen interessant sein.
Neben dem Gewicht spielen auch Materialkosten, Verfügbarkeit und die zunehmende Elektrifizierung des Fahrzeugs eine Rolle. Mit steigender elektrischer Leistung wachsen gleichzeitig die Anforderungen an die zuverlässige Verbindungstechnik.
Damit wird die Frage nicht nur:
Wie lässt sich Aluminium als Leiter einsetzen?
Sondern ebenso:
Wie lässt sich Aluminium dauerhaft und reproduzierbar mit anderen Leitern und Kontaktelementen verbinden?
Welche Eigenschaften machen Aluminium bei der Kontaktierung anspruchsvoll?
Aluminium unterscheidet sich in mehreren für die Verbindungstechnik relevanten Eigenschaften von Kupfer. Besonders wichtig sind die natürliche Oxidschicht, das mechanische Verhalten sowie die Wechselwirkung mit anderen Metallen unter bestimmten Umgebungsbedingungen.
1. Die natürliche Oxidschicht
Aluminium reagiert schnell mit Sauerstoff und bildet an seiner Oberfläche eine stabile Oxidschicht. Aluminiumoxid ist elektrisch schlecht leitend und mechanisch deutlich härter als das Grundmaterial.
Für eine elektrische Verbindung bedeutet dies: Zwischen den eigentlichen metallischen Oberflächen befindet sich zunächst eine nichtmetallische Grenzschicht.
Eine zuverlässige Kontaktierung muss diese Grenzfläche deshalb kontrolliert beeinflussen. Bei mechanischen Fügeverfahren kann die Oxidschicht beispielsweise durch Verformung aufgebrochen werden. Für die Qualität der Verbindung ist entscheidend, wie sich die Grenzfläche während des Fügevorgangs tatsächlich entwickelt.
2. Das mechanische Verhalten
Aluminium weist ein anderes Verformungs- und Langzeitverhalten als Kupfer auf. Bei mechanisch vorgespannten Kontaktierungen müssen deshalb Temperatur, mechanische Belastung, Kontaktkraft und die langfristige Veränderung der Verbindung berücksichtigt werden.
Dies ist insbesondere bei Anwendungen relevant, bei denen über die gesamte Lebensdauer eine definierte Kontaktkraft erforderlich ist.
3. Kontaktkorrosion bei unterschiedlichen Metallen
Werden Aluminium und Kupfer direkt miteinander verbunden, müssen zusätzlich die Umgebungsbedingungen berücksichtigt werden.
Bei Feuchtigkeit und einem geeigneten Elektrolyten können zwischen unterschiedlichen Metallen elektrochemische Prozesse auftreten. Deshalb muss eine Cu-Al-Verbindung nicht nur hinsichtlich ihrer elektrischen und mechanischen Eigenschaften, sondern auch hinsichtlich Korrosionsbeständigkeit und konstruktivem Schutz bewertet werden.
Die konkrete Auslegung hängt dabei von der Anwendung, der Umgebung und den geforderten Lebensdauerbedingungen ab.
Wie funktioniert Ultraschallschweißen von Aluminium?
Ultraschallschweißen ist ein Festkörperfügeverfahren. Die Fügepartner werden nicht wie bei einem klassischen Schmelzschweißverfahren vollständig aufgeschmolzen.
Der grundlegende Prozess lässt sich vereinfacht in vier Schritte unterteilen.
1. Einspannen
Aluminiumleiter und Kontaktelement werden zwischen Sonotrode und Amboss positioniert und mit einer definierten Kraft fixiert.
Die Geometrie des Werkstücks und die Gestaltung der Werkzeuge haben dabei einen direkten Einfluss auf die Kraftübertragung und die Qualität der Verbindung.
2. Einkoppeln der Ultraschallschwingung
Die Sonotrode überträgt eine hochfrequente mechanische Schwingung auf das Werkstück.
Frequenz und Amplitude werden entsprechend der jeweiligen Anlage, Werkzeugauslegung und Anwendung gewählt. Typische Ultraschallfrequenzen in industriellen Schweißsystemen liegen beispielsweise im Bereich von 20 bis 40 kHz.
Die tatsächlich geeigneten Parameter müssen für die jeweilige Anwendung ermittelt werden.
3. Aufbrechen der Oberflächenschichten
Durch die kontrollierte Relativbewegung der Fügepartner entstehen an der Kontaktfläche mechanische Wechselwirkungen.
Die vorhandenen Oberflächenschichten werden dabei aufgebrochen und teilweise aus der eigentlichen Verbindungszone verdrängt. Dadurch können metallische Bereiche der Fügepartner miteinander in Kontakt kommen.
4. Ausbildung der Verbindung
Unter Schweißkraft und Ultraschallschwingung entsteht eine stoffschlüssige Verbindung der metallischen Fügepartner.
Da das Verfahren ohne vollständige Aufschmelzung arbeitet, unterscheidet sich der Prozess grundlegend von thermischen Schweißverfahren.
Der Prozess in vier Schritten: Einspannen, Einkoppeln, Aufbrechen und Verbinden.
Ultraschallschweißen gegenüber thermischen Fügeverfahren
Ein wesentlicher Vorteil des Ultraschallschweißens liegt darin, dass die Verbindung im festen Zustand hergestellt wird.
| Merkmal | Ultraschallschweißen | Schmelzschweißen |
| Verbindungsprinzip | Festkörperfügen | Verbindung über Schmelze |
| Aufschmelzen | Nicht erforderlich | Bestandteil des Verfahrens |
| Wärmeeintrag | Vergleichsweise begrenzt | Höher, abhängig vom Verfahren |
| Zusatzwerkstoff | Nicht erforderlich | Je nach Verfahren möglich oder erforderlich |
| Schutzgas | In der Regel nicht erforderlich | Je nach Verfahren erforderlich |
| Cu-Al-Verbindungen | Für geeignete Anwendungen einsetzbar | Temperaturbedingte Phasenbildung muss berücksichtigt werden |
| Prozessüberwachung | Prozessgrößen können je Verbindung erfasst werden | Abhängig vom jeweiligen Verfahren |
Bei Cu-Al-Verbindungen ist insbesondere der thermische Einfluss relevant. Bei erhöhten Temperaturen können zwischen Kupfer und Aluminium intermetallische Phasen entstehen. Ihre Bildung und Ausprägung hängen unter anderem von Temperatur und Einwirkdauer ab.
Das Ultraschallschweißen vermeidet durch den Festkörperprozess ein vollständiges Aufschmelzen der Fügepartner. Für eine konkrete Cu-Al-Anwendung muss die Verbindung dennoch experimentell validiert und hinsichtlich ihrer Langzeitbeständigkeit bewertet werden.
Was ist bei Kupfer-Aluminium-Mischverbindungen zu beachten?
Cu-Al-Verbindungen sind insbesondere dort interessant, wo Aluminiumleiter mit bestehenden Kupferkomponenten, Terminals oder anderen Kontaktelementen verbunden werden sollen.
Dabei sind zwei Themen besonders relevant.
Intermetallische Phasen
Bei thermisch belasteten Cu-Al-Verbindungen können intermetallische Phasen entstehen. Diese können die mechanischen und elektrischen Eigenschaften der Verbindungszone beeinflussen.
Das Ultraschallschweißen arbeitet ohne vollständiges Aufschmelzen und mit einem begrenzten thermischen Eintrag. Dadurch unterscheidet sich die Verbindungsausbildung von thermischen Fügeverfahren.
Eine Aussage über die tatsächliche Langzeitbeständigkeit kann jedoch nur auf Grundlage der konkreten Werkstoffkombination, Geometrie und Betriebsbedingungen getroffen werden.
Korrosion
Aluminium und Kupfer besitzen unterschiedliche elektrochemische Eigenschaften. In feuchter Umgebung kann dies bei ungünstiger Konstruktion zu Kontaktkorrosion führen.
Daher muss die Übergangsstelle entsprechend der späteren Anwendung ausgelegt werden. Neben der eigentlichen Schweißverbindung können beispielsweise Gehäuse, Dichtungen, Beschichtungen und der konstruktive Schutz gegen Feuchtigkeit eine Rolle spielen.
Wo liegen die Vorteile des Ultraschallschweißens bei Aluminium?
Keine Lote und Flussmittel erforderlich
Die Verbindung wird durch mechanische Ultraschallschwingungen und Schweißkraft hergestellt. Ein zusätzlicher Lötwerkstoff ist nicht erforderlich.
Geringer thermischer Einfluss
Da die Fügepartner nicht vollständig aufgeschmolzen werden, kann die thermische Belastung des Bauteils im Vergleich zu Schmelzschweißverfahren begrenzt werden.
Kurze Prozesszeit
Die eigentliche Ultraschallschweißung erfolgt typischerweise innerhalb kurzer Prozesszeiten. Die tatsächliche Taktzeit einer Produktionsanlage hängt jedoch zusätzlich von Zuführung, Positionierung, Einspannung und Qualitätskontrolle ab.
Reproduzierbare Prozessführung
Schweißkraft, Amplitude und weitere Prozessgrößen können gezielt eingestellt und überwacht werden. Dadurch lässt sich ein definiertes Prozessfenster für die jeweilige Anwendung entwickeln.
Geeignet für Cu-Al-Verbindungen
Ultraschallschweißen kann für geeignete Kombinationen aus Aluminium und Kupfer eingesetzt werden. Die Eignung muss anhand von Werkstoff, Querschnitt, Geometrie und geforderten Eigenschaften überprüft werden.
Wo liegen die Grenzen des Verfahrens?
Ultraschallschweißen ist kein universelles Verfahren für jede Aluminiumverbindung. Vor der Auswahl müssen die konkrete Anwendung und die konstruktiven Randbedingungen geprüft werden.
Leiterquerschnitt
Der maximal verarbeitbare Querschnitt hängt von der eingesetzten Anlage, der Werkzeugauslegung und der jeweiligen Werkstoffkombination ab.
Bauraum und Zugänglichkeit
Sonotrode und Amboss müssen das Werkstück geeignet erreichen können. Bei sehr beengten oder konstruktiv schwer zugänglichen Verbindungsstellen kann eine andere Fügetechnologie geeigneter sein.
Oberflächenzustand
Öle, Fette, Ziehmittel und andere Verunreinigungen können das Prozessverhalten beeinflussen. Deshalb sollten Werkstoffzustand, Lagerung und Sauberkeit definiert sein.
Werkstoffkombination
Ein für Cu-Cu entwickeltes Prozessfenster kann nicht ohne Weiteres auf Al-Al oder Cu-Al übertragen werden.
Jede relevante Werkstoffpaarung und Geometrie sollte deshalb separat untersucht und validiert werden.
Werkzeugauslegung
Sonotrode und Amboss müssen auf Leiterquerschnitt, Werkstoff, Geometrie und gewünschte Schweißfläche abgestimmt werden.
Eine ungeeignete Werkzeuggeometrie kann die Kraftübertragung und damit die Qualität der Verbindung negativ beeinflussen.
Welche Prozessparameter bestimmen die Verbindungsqualität?
Die wichtigsten Einflussgrößen beim Ultraschallschweißen von Aluminium sind unter anderem:
- Amplitude
- Schweißkraft
- Schweißenergie
- Schweißzeit
- Werkstoff und Werkstoffzustand
- Leiterquerschnitt
- Schweißfläche
- Werkzeuggeometrie
- Oberflächenzustand
- Positionierung der Fügepartner
Diese Parameter wirken nicht unabhängig voneinander.
Eine höhere Amplitude führt beispielsweise nicht automatisch zu einer besseren Verbindung. Zu geringe Prozessenergie kann zu einer unzureichenden Verbindung führen, während eine zu hohe mechanische Belastung Werkstück oder Werkzeug beeinträchtigen kann.
Das Ziel ist deshalb nicht ein maximaler Parameterwert, sondern ein stabiles und ausreichend breites Prozessfenster.
Amplitude
Die Amplitude bestimmt die Relativbewegung an der Verbindungsfläche.
Bei einer zu geringen Amplitude kann die gewünschte Verbindung möglicherweise nicht ausreichend ausgebildet werden. Eine zu hohe Amplitude kann dagegen zu übermäßiger Oberflächenbeanspruchung, Verformung oder Werkzeugverschleiß führen.
Schweißkraft
Die Schweißkraft hält die Fügepartner während des Prozesses in Kontakt und beeinflusst die Kraftübertragung.
Ist die Kraft zu niedrig, kann die Verbindung instabil werden. Ist sie zu hoch, können Werkstück und Werkzeug übermäßig mechanisch belastet werden.
Energie
Die eingebrachte Energie beschreibt den Energieeintrag während des Schweißvorgangs.
Die optimale Energie ist von Werkstoff, Querschnitt, Schweißfläche und weiteren Prozessparametern abhängig.
Schweißzeit
Die Schweißzeit bestimmt gemeinsam mit Amplitude und weiteren Parametern die Dauer der mechanischen Energieeinwirkung.
Eine pauschale Schweißzeit für unterschiedliche Leiterquerschnitte und Werkstoffkombinationen ist deshalb nicht sinnvoll.
Warum ist die Prozessüberwachung wichtig?
Bei sicherheits- und funktionsrelevanten elektrischen Verbindungen reicht eine reine Sichtprüfung häufig nicht aus.
Eine moderne Ultraschallschweißanlage kann relevante Prozessgrößen während jeder Schweißung erfassen. Je nach Anlagenkonfiguration können beispielsweise Energie, Leistung, Weg oder weitere Prozessdaten ausgewertet werden.
Dadurch können Abweichungen vom definierten Prozessfenster erkannt und einzelne Verbindungen entsprechend bewertet werden.
Für eine Serienanwendung sollte deshalb nicht nur ein einzelner guter Schweißpunkt nachgewiesen werden. Entscheidend ist die Fähigkeit des Prozesses, über viele Verbindungen hinweg reproduzierbare Ergebnisse zu liefern.
Wie lässt sich die Verbindungsgüte prüfen?
Für die Qualifizierung einer Aluminiumverbindung können verschiedene Prüfmethoden miteinander kombiniert werden.
Scherzugversuch
Beim Scherzugversuch wird die Verbindung mechanisch bis zum Versagen belastet.
Neben der erreichten Kraft ist insbesondere das Versagensbild relevant. Je nach Konstruktion und Prüfaufgabe kann beispielsweise untersucht werden, ob der Leiter außerhalb der eigentlichen Verbindungszone versagt oder die Schweißzone selbst.
Die konkreten Prüfkräfte und Prüfbedingungen müssen für die jeweilige Anwendung definiert werden.
Elektrischer Widerstand
Der elektrische Widerstand der Verbindung kann zur Bewertung der elektrischen Eigenschaften herangezogen werden.
Für präzise Messungen kann ein Vierleiterverfahren eingesetzt werden. Neben dem absoluten Messwert ist insbesondere die Streuung innerhalb einer Serie interessant.
Zusätzlich sollte bei anspruchsvollen Anwendungen geprüft werden, wie sich der Widerstand nach definierten Temperatur- oder Alterungsprüfungen verändert.
Querschliff
Ein metallografischer Querschliff ermöglicht die Untersuchung der inneren Verbindungszone.
Dabei können beispielsweise die Verdichtung, die Grenzfläche und mögliche Auffälligkeiten innerhalb des Querschnitts beurteilt werden.
Da der Querschliff eine zerstörende Prüfung ist, wird er typischerweise im Rahmen von Erstbemusterung, Prozessentwicklung und Stichprobenprüfung eingesetzt.
Aluminium kontaktieren: Crimpen oder Ultraschallschweißen?
Die Auswahl des Verfahrens hängt von der jeweiligen Anwendung ab.
Crimpen ist ein etabliertes mechanisches Fügeverfahren und wird in vielen Bereichen der Kabelkonfektion eingesetzt. Bei Aluminium müssen dabei jedoch die spezifischen Werkstoffeigenschaften und die Langzeitstabilität der Kontaktierung berücksichtigt werden.
Ultraschallschweißen stellt dagegen eine stoffschlüssige Verbindung im festen Zustand her und kann insbesondere bei geeigneten Leiterquerschnitten und Geometrien eine interessante Alternative darstellen.
Die Entscheidung sollte deshalb nicht pauschal nach dem Werkstoff getroffen werden. Entscheidend sind unter anderem:
- Leiterquerschnitt
- Werkstoffpaarung
- Geometrie
- elektrische Anforderungen
- mechanische Anforderungen
- Umgebungsbedingungen
- geforderte Lebensdauer
- Produktionsvolumen
- Qualitäts- und Prüfanforderungen
Kann man Aluminium mit Kupfer ultraschallschweißen?
Ja. Aluminium und Kupfer können unter geeigneten Prozessbedingungen ultraschallgeschweißt werden.
Das Verfahren verbindet die Fügepartner im festen Zustand und vermeidet ein vollständiges Aufschmelzen der Werkstoffe. Dadurch kann der thermische Einfluss im Vergleich zu Schmelzverfahren begrenzt werden.
Für eine konkrete Cu-Al-Anwendung müssen jedoch die Werkstoffkombination, Leiterquerschnitte, Schweißfläche, Werkzeuggeometrie und Betriebsbedingungen berücksichtigt werden.
Insbesondere bei Anwendungen mit hohen Anforderungen an Lebensdauer, Temperaturbeständigkeit oder Korrosionsbeständigkeit ist eine entsprechende Validierung erforderlich.
Wie lange dauert ein Ultraschallschweißprozess?
Die eigentliche Ultraschallschweißung liegt typischerweise im Millisekundenbereich.
Die gesamte Taktzeit einer Produktionsanlage ist jedoch nicht mit der reinen Schweißzeit gleichzusetzen.
Zusätzlich können beispielsweise folgende Prozessschritte erforderlich sein:
- Positionierung des Leiters
- Einlegen des Kontaktelements
- Einspannen
- Ultraschallschweißen
- Prozessauswertung
- Öffnen des Werkzeugs
- Entnahme oder Weitertransport
Die erreichbare Taktzeit muss daher immer anhand der vollständigen Anlagenkonfiguration bewertet werden.
Ist eine Ultraschallschweißverbindung gas- oder wasserdicht?
Eine Aussage über Gas- oder Wasserdichtheit kann nicht allein aus dem verwendeten Ultraschallschweißverfahren abgeleitet werden.
Ob eine Verbindung die Anforderungen an Dichtheit erfüllt, hängt unter anderem von Werkstoff, Geometrie, Schweißfläche und Prozessführung ab.
Wenn Dichtheit eine funktionale Anforderung ist, sollte sie durch eine geeignete Dichtheitsprüfung nachgewiesen werden.
Was sollte vor einer Serienproduktion geprüft werden?
Vor der Einführung einer neuen Aluminium- oder Cu-Al-Verbindung in die Serienproduktion empfiehlt sich eine strukturierte Prozessqualifizierung.
Dazu gehören beispielsweise:
- Definition der Werkstoffpaarung
- Bestimmung der Leiterquerschnitte
- Festlegung der Schweißgeometrie
- Auswahl von Sonotrode und Amboss
- Ermittlung eines geeigneten Prozessfensters
- Untersuchung der mechanischen Festigkeit
- Messung des elektrischen Widerstands
- Untersuchung des Querschliffs
- Temperatur- und Alterungsprüfungen, sofern erforderlich
- Definition von Prozessgrenzen
- Festlegung der Qualitätskriterien
- Dokumentation der Ergebnisse
Erst wenn die Anforderungen der jeweiligen Anwendung nachgewiesen sind, sollte das Prozessfenster für die Serienproduktion festgelegt werden.
Fazit: Aluminium braucht eine passende Verbindungstechnik
Der Einsatz von Aluminium im Bordnetz bietet insbesondere durch die geringere Materialdichte interessante Möglichkeiten zur Gewichtsreduzierung.
Gleichzeitig stellt Aluminium höhere Anforderungen an die Kontaktierung. Die natürliche Oxidschicht, das mechanische Verhalten und die besonderen Anforderungen bei Cu-Al-Verbindungen müssen bei der Konstruktion und Prozessentwicklung berücksichtigt werden.
Ultraschallschweißen bietet hierfür einen Festkörperprozess ohne Zusatzwerkstoff und ohne vollständiges Aufschmelzen der Fügepartner. Für geeignete Aluminium-, Kupfer- und Cu-Al-Verbindungen kann das Verfahren eine reproduzierbare Verbindungstechnik darstellen.
Entscheidend ist jedoch immer die konkrete Anwendung. Amplitude, Schweißkraft, Energie, Zeit, Werkzeuggeometrie und Werkstoff müssen gemeinsam betrachtet und durch Versuche validiert werden.
Passende Lösungen von Magntek
Für Anwendungen im Bereich Aluminium- und Kupferleiter bietet Magntek Ultraschallschweißsysteme für unterschiedliche Leiterquerschnitte und Verbindungskonzepte.
Je nach Anwendung können unter anderem folgende Verbindungen untersucht werden:
- Kabel-zu-Kabel
- Kabel-zu-Terminal
- Terminal-zu-Terminal
- Aluminium- und Kupferleiter
- Cu-Al-Übergänge
- Geflechtleiter
- Busbar-Verbindungen
Die Auswahl der geeigneten Anlage und Werkzeuge richtet sich nach Leiterquerschnitt, Werkstoff, Geometrie, Schweißfläche und den geforderten Prozessparametern.
Testen Sie Ihre Anwendung mit Originalteilen
Für eine belastbare Bewertung empfehlen wir Schweißversuche mit Ihren Originalleitern und Kontaktelementen.
Dabei können geeignete Prozessparameter ermittelt und die Verbindung anschließend hinsichtlich mechanischer und elektrischer Eigenschaften untersucht werden.
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09.11.2026 · Fachwissen · Redaktion: Magntek Electronics GmbH
Aktualisiert: 09.11.2026

